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Der Ort
zwischen gestern und morgen
ist Jetzt
und Hier
wird das Ziel und die Richtung
gesetzt
Wer wählt?
Und wer gibt das zu Wählende vor?
Was zählt?
Was ist Klang, was Musik ohne Ohr?
 
 
Wenn
ich nichts mehr bin
kann
ich alles sein.
 
 
Wildwuchs
vom Leben ausgesät
wachsen
auch wenn die Umstände widrig sind.
Manchmal reicht so wenig aus
sich für das Wachsen
und das Blühen
zu entscheiden.
 
 
zerstreut
ist mein leben
in vielen welten
bin ich geblieben
 
 
Ich bin
Ich bin die Ebbe
Ich bin die Flut
Ich bin das Rauschen
Ich bin die Stille
Ich bin der Ton
Ich bin das Lauschen.
 
 
Die Perle
behalte ich
in meinem Herzen.
Die Schale
ist für das Meer.
 
 
Chaos
Tauche hinab in das Chaos
und pflücke Wunder
zwischen Wahrscheinlichkeiten.
 
 
Falken
südlich
der blinden formulierung
treffen falken
den kern
des geschehens.


Ich gehe meinen Weg
und darüber
läufst du mir dann.


Paradoxon
Der Wahnsinn bläst auf silberner Trompete,
von Ferne flüstert leise die Schalmei.
Der Klang der Glocke der herüberwehte
ertrinkt im Nebel und in einem Schrei.

Der Himmel voller Geigen steht in Flammen
und Nebelhörner dröhnen tief im Bass.
Die Töne brechen still in sich zusammen.
Und Nichts geschieht, ganz ohne Unterlass.


Hingabe
An dir will gerne ich mich jäh entzünden,
will Flamme und auch Glut und Asche sein.
Will von dir lösen mich und an dich binden,
ganz zu dir hin und ganz zu mir allein.
Will mich verlier'n und will mich wiederfinden,
will sterben und beginnen Ganz zu Sein.


Wiederkehr
Ich liebe
mich verlierend
wiederfindend
dich und mich vergessend
erinnernd
und wünsche mir
Wiederkehr.


Sprung
Ich helfe meinem Leben auf die Sprünge:
ich springe
mitten hinein.


Schwer-Mut
Mut tropft schwer
von Angstästen
fällt tief
in Umnittelbarkeit
verliert sich vielleicht
oder sehnt sich
suchend
und findet mich.


Entscheidung
Ich werde geschmiedet
im Feuer der Verzweiflung
werde abgelöscht
im Wasser der Einsamkeit.
Freiheit verwandelt mich
in einem dreifaltigen Licht.


Im Zustand der Auflösung
der Lösung ganz nah
löse ich
mich.


Kommt her zu mir

all ihr Möglichkeiten.
Lauschend
enträtseln sich Fragen.
Im Nichtstun Früchte tragen
ist Wahrhaftigkeit.


Alptraum
Ich werde eingeatmet,
verliere mich im Atemlosen,
irre umher, ein entgeisterter Geist.
Der Verstand hat sich aufgelöst
jenseits von Verstehen und Nicht-Begreifen.
Es erfasst mich das Unfassbare,
verwebt mich in versponnene Netze.
Geschärfte Schneiden setzen stumpfe Schnitte
und zerfasern mich.
Ich werde ausgeatmet
und finde mich nicht.


Mein Wunsch

Mich selbst
in immer feineren Tönen
mitfühlend
ins Leben singen.


Sehnsucht
Vermissen will ich dich

werde an fremde Strände gespült
und entdecke
neue Welten.


Was mach' ich hier?

Auf welchem Nest mit hohlen Eiern
sitze ich hier
und zelebriere
vergebliches Brüten?


Freude teilen

Ich stehe hier
auf meiner Seite
und werfe mein Lachen
über den Zaun.

Freu' dich mit mir
und lass uns
entgrenzen.


Lauschen

Des Lauschers Ohr
an der stillen Wand
erklingt das Schweigen
nimmt überhand
und bannt
im stummen Reigen
den Augenblick
in eine Muschel.


Beantworte dir selbst deine Fragen:

Sei dir ein Rätsel
und löse dich auf.


Spielen

Glockenklang den Weg entlang.
Ich springe in die Pfützen
und lass' es um mich spritzen
in freudigem Gesang.

Ich spiele in der Suhle
und wälze mich im Schlamm,
kusch'le mich in die Kuhle
roll' mich hinab vom Damm.

Ich renne durch das Wasser
und schlage in die Wellen.
Ich werde nass und nasser
und bell' wie Hunde bellen.

Glockenklang den Weg entlang.
Ich springe in mein Leben
und lass' es um mich beben
in freudigem Gesang.


Gewiss weiß ich Nichts.

Vergessend vergess' ich mich.
Erinnern will ich Nichts.
Verlässlich verlass' ich mich.
Besinnlich besinn ich mich:
Das hier bin ICH.


Träumen
Sonnennebel weben sich in mein Haar
verspinnen Zeiträume
in gebrochenen Spitzen.
Wetterleuchten zwischen den Wimpern
erhellt jeden Augenblick.


Dann ...

wenn ich wieder Licht bin
erhelle ich die Nacht.


... und mein Herz singt sein Lied
Die, die ich jetzt bin
wollte ich immer sein.
Dafür gab ich dich hin,
dafür blieb ich allein.

Dafür hab' ich gelitten,
dafür hab' ich geweint,
habe Fesseln durchschnitten
und mich mit mir vereint.

Und jetzt stehe ich hier
und mein Herz singt sein Lied.
Ich bin gerne bei mir,
bin gespannt, was geschieht.

Glück ist Außen und Innen
und die Freude nimmt zu,
und die Wunder beginnen:
Hier bin Ich, hier bist Du.



Realität und Träume

die realität
formt
harte worte
wie
spitze nadeln
die
meinen bunten,
schillernden,
tanzenden seifenblasen
gegenübertreten
und sie
dann
zerplatzen
lassen

 

Frustration
Gestern:
ein verbilligter Restposten
Umtausch ausgeschlossen
Morgen:
überfällt mich immer wieder
unvorbereitet
Heute:
liegt mir schon seit dem Frühstück
unverdaulich schwer
im Magen

 

Wahrheit
die wahrheit wächst
wie ein kleines kind
das auch bei seinen ersten schritten stolpert
irgendwann
sollte sie laufen lernen
um nicht
das ganze leben
auf allen vieren zu kriechen

 

Zerteilen
Lass uns nicht an das Morgen
unserer Liebe denken
Lass sie uns nicht
auf die Dauer einer langen Zeit verplanen
Lass uns nicht die große Liebe
in kleine Stücke für jeden Tag verteilen

Nachher zerteilen wir sie
in so viele kleine Portionen
von denen keiner mehr satt wird.

 

Das Leben absitzen
manchmal denke ich
ich sitze mein leben ab
wie eine lebenslange haft
dabei habe ich mich selbst verurteilt
"im namen des volkes
lebenslänglich"

es gibt keine gitter
vor meinem fenster
es gibt keine mauern
die mich aufhalten
und keine polizei würde versuchen
mich zurückzubringen

ich habe mir selbst
zu gericht gesessen
die angst war der kläger
die moral war der richter
und mein verteidiger, der mut
hatte sich beide beine gebrochen
und ließ sich
durch die angepasstheit vertreten

so habe ich den prozess verloren
ich habe auf ein wiederaufnahmeverfahren verzichtet
und mich resigniert
in meiner zelle zur ruhe gesetzt
habe die tür angeschrien
sie solle sich öffnen
aber nie die klinke heruntergedrückt

dann fing ich an
auf die begnadigung zu hoffen
die es immerhin
für gute führung gibt
und ich beruhigte mich mit dem gedanken
nicht auf ewig hier gefangen zu sein

aber
wenn ich erst einmal
15 jahre hier verbracht habe
werde ich dann
für die freiheit
noch lebensfähig sein?


Geständnis
Ich muss dir was gestehn

ich wusste nichts von mir
bis du gesagt hast:
sieh, so schön bist du.

Ich hab mich grau verschleiert
ich hab mich schwarz versteinert
und hab gesagt:
sieh, so dunkel bin ich.

Du hast mir gewänder gegeben
aus licht und aus sonne
Du hast mir die asche
vom gesicht gewaschen
hast mir deinen spiegel vorgehalten und gesagt:
sieh, so schön bist du für mich.

Noch ist mein spiegel
grau verschleiert, schwarz versteinert
bis ich bereit bin
mein licht in meinen spiegel fallen zu lassen
und zu sagen:
sieh, so schön bin ich für mich.

 

Träumen

Blütenwolkenträume
treiben sanft dahin
bin in mir gefangen
weil ich schlafend bin
bin in meinem Leben
immer nur ein Stück
hinter mir verborgen:
einen Augenblick.

 

Dankbarkeit
Ich gleite in mein Leben hinein
voller Zärtlichkeiten
voller Heiterkeiten
voller Freude an tönendem Klang
an hellem Gesang
an wogendem Meeresrauschen

Ich fühle ganz tief in die Welt
voller Möglichkeiten
voller Dankbarkeiten

lass sie in mich herein
atme aus, atme ein
in einem seligen Lauschen.

 

Pfadfinderin
Ich bin keine Suchende
ich bin eine Finderin
Ich gehe meinen Weg
und finde, was da ist
Ich zeige mich und lasse mich finden
Ich finde und erfinde mich neu.

 

Sein
Ich bin die Melodie
auf die ich tanze.

 

Projektion
Ich sehe dich als Geheimnis
und werde für mich
zur Offenbarung.

 

Zwischen Unendlichkeit und Nichts
bin ich HIER
Zwischen Ewigkeit und Tod
bin ich JETZT
Dazwischen darf ich meine Flügel spannen
und fliegen.


Melancholie
Melancholische Lerchenrufe
zwischen Dickicht
erschauert der Frost
schmilzt
an einem brennenden Tag.


Geliebter
du findest mich
jenseits aller Berührung
in meiner gläsernen Gondel
der Stille.

 

Trauer

tränenverhangene Lidschlagmomente
voll Kummer und Schmerz
wie wolkenumflossene Himmelsgestade
berühren mein Herz
fließende, nässende, stillende Wasser
umspülen mein Ich

wissende Weisen erklingen ganz leise:
wer singt sie für mich?

 

Der Alchemist
Im Feuer erhitzt er das Blei
denn er weiß, dass es Gold ist
Weiß das Blei es auch?

Apokalypse
Eva, das Weib, die Verhüllte
tanzt in Ekstase
auf ihre eigene Melodie
und enthüllt vor Adam
ihre Seele.


Neubeginn
Mein Leben ist auseinander gebrochen
in tausende kleine Stücke zersprungen
mein Innerstes hat sich in Ritzen verkrochen
Geborgenheit suchend durch Engen geschlungen.

Der Panzer der Angst auseinander gesprengt
behutsam, allmählich die Schale verlassend -
die schützende Hülle hat schützend beengt -
nun staune ich, furchtsam die Weite erfassend.

Ich nehme mein Leben mit zärtlichen Händen.
Ein leuchtender Strahlenkranz, der mich umgibt.
Ich suche nicht Schutz hinter Mauern und Wänden
und werde in wissenden Wogen gewiegt.


Verantwortung

Sobald ich die Verantwortung für mich übernehme
hört die Frage nach der Schuld auf.


Herausforderung

Ich spiele die Apokalypse
ich tanze mit dem Teufel
bis du dir die Haare raufst
oder lachst.

 

Mnemosyne
Ich war glücklich.
Ich war im Paradies.
Ich habe aus der Lethe getrunken
und das Leid vergessen.

  Ich erinnere mich.

Ich erinnere mich des Leidens.
Ich leide.
 
Ich träume mich
in das Paradies zurück
werde aus der Mnemosyne trinken
damit ich bleiben kann.